Zum Hauptinhalt springen
Zahnimplantate

Implantat + Krone

Wie funktioniert die Kombination?

Ein Zahnimplantat ist nur die Hälfte der Geschichte. Erst mit der richtigen Krone oben drauf wird aus einem Implantat ein funktionierender Zahn. Was dabei zusammenkommt, welche Materialien es gibt und was das Ganze kostet – hier erklärt.

TB
Tobias Bobinger
Facharzt und medizinischer Leiter

Das Wichtigste im Überblick

Eine Implantatversorgung besteht aus drei Teilen: dem Titanimplantat im Knochen, dem Abutment als Verbindungsstück und der sichtbaren Krone. Kronentypen: Zirkon monolithisch (robust), Zirkon verblendet (sehr natürlich), Vollkeramik (beste Optik, besonders für Frontzähne), Metallkeramik (günstigster, wird bei Implantaten heute seltener eingesetzt). Verschraubte Befestigung ist zementierter vorzuziehen, da leichter erneuerbar. Die GKV zahlt den Festzuschuss für die Krone unabhängig davon, ob sie auf einem Implantat oder einem natürlichen Stumpf sitzt.


Aus welchen Teilen besteht ein Implantat eigentlich?

Eine Implantatversorgung besteht meist aus drei Teilen:

1. Das Implantat (Titankörper)
Die eigentliche Schraube, die in den Kieferknochen eingesetzt wird und als künstliche Zahnwurzel dient. Nach der Einheilung ist dieses Teil fest mit dem Knochen verbunden.

2. Das Abutment (Aufbau)
Das Verbindungsstück zwischen Implantat und Krone. Es ragt aus dem Zahnfleisch heraus und bildet den Stumpf, auf dem die Krone sitzt. Abutments gibt es aus Titan oder zahnfarbene Keramik wie Zirkon.

3. Die Krone
Der sichtbare Teil – der künstliche Zahn. Sie wird auf das Abutment geschraubt oder zementiert.

Diese Dreiteilung ist wichtig: Wenn die Krone nach Jahren verschlissen ist oder sich eine neue Krone wünscht, muss das Implantat im Knochen nicht angetastet werden. Nur Abutment und Krone werden erneuert.


Welche Materialien gibt es für die Krone – und was sind die Unterschiede?

Zirkonkrone
Zirkon ist das derzeit meistverwendete Material für Implant-Kronen. Es ist zahnfarben, sehr hart, langlebig und metallallergiefrei. Zirkon gibt es in zwei Varianten: monolithisch (aus einem Stück) und verblendet (mit Keramik beschichtet). Monolithisches Zirkon ist stabiler, verblendet sieht natürlicher aus.

Vollkeramikkrone
Sehr naturgetreue Optik, besonders für Frontzähne geeignet. Etwas weniger belastbar als Zirkon, aber bei richtiger Indikation eine ausgezeichnete Wahl.

Metallkeramikkrone (VMK)
Ein Metallgerüst mit Keramikverblendung. Günstigere Alternative, aber das Metallgerüst kann am Zahnfleischrand als dunkle Linie sichtbar werden. Wird bei Implantaten heute seltener eingesetzt.

Material Optik Haltbarkeit Kosten
Zirkon monolithisch Gut Sehr hoch Mittel
Zirkon verblendet Sehr gut Hoch Mittel-hoch
Vollkeramik Ausgezeichnet Hoch Hoch
Metallkeramik Gut Sehr hoch Günstiger

Wie wird die Krone auf dem Implantat befestigt?

Es gibt zwei Methoden:

Verschraubt: Die Krone wird mit einer kleinen Schraube auf dem Abutment fixiert. Der Vorteil: Sie kann wieder abgenommen werden – für Reparaturen oder Erneuerungen. Der Zugang zur Schraube wird mit Füllmaterial abgedeckt.

Zementiert: Die Krone wird wie auf einem echten Zahnstumpf aufzementiert. Einfacher in der Herstellung, aber schwerer zu entfernen wenn nötig. Zementreste können das Zahnfleisch reizen, weshalb verschraubte Versorgungen heute bevorzugt werden.


Was kostet die Krone auf dem Implantat?

Die Krone macht einen erheblichen Teil der Gesamtkosten einer Implantatversorgung aus.

Kronentyp Kosten (ca.)
Zirkonkrone monolithisch 700 – 1.200 €
Zirkonkrone verblendet 1.000 – 1.500 €
Andere Vollkeramikkrone, z. B. Lithiumdisilikat 1.000 – 1.500 €
Metallkeramikkrone 600 – 1.000 €

Dazu kommen die Kosten für das Abutment (häufig etwa 200 – 500 €) und ggf. die zahntechnische Arbeit im Labor (falls diese nicht in den Kronenkosten mit eingepreist wurden).

Die gesetzliche Krankenkasse zahlt den Festzuschuss für den Zahnersatz – also für die Krone – unabhängig davon, ob sie auf einem Implantat oder einem natürlichen Stumpf sitzt. Der Festzuschuss beträgt je nach Befund etwa 200 bis 600 Euro. Die Höhe ist abhängig von Befund, Bonusheft und ggf. Härtefall. Bei Implantaten bleibt der Zuschuss gleich, die Mehrkosten trägt die Patientin/der Patient.

Verwandt: Was kostet ein Zahnimplantat komplett?
Verwandt: Was zahlt die Krankenkasse beim Zahnimplantat?

Über den Autor

TB
Tobias Bobinger
Facharzt und medizinischer Leiter
Mehr über unser Redaktionsteam →