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Zahnimplantate

Sinuslift

Was steckt hinter diesem Eingriff?

Ein Sinuslift ist oft die Voraussetzung für Implantate im hinteren Oberkiefer. Der Eingriff ist in erfahrenen Händen Routine.

TB
Tobias Bobinger
Facharzt und medizinischer Leiter

Das Wichtigste im Überblick

Ein Sinuslift ist ein Eingriff speziell für den hinteren Oberkiefer. Nach dem Verlust von Backenzähnen sinkt der Boden der Kieferhöhle ab – es bleibt zu wenig Platz für ein Implantat. Der Sinuslift hebt diesen Boden an und füllt den Raum mit Knochenersatzmaterial. Zwei Varianten: offener Sinuslift bei stärkerem Knochenmangel (Heilung 4–9 Monate) und geschlossener Sinuslift bei geringem Mangel (Implantat oft gleichzeitig setzbar). Die GKV übernimmt einen Sinuslift in der Regel nicht – bei bestimmten medizinischen Ausnahmen kann ein Antrag gestellt werden. Der Eingriff erfolgt unter lokaler Betäubung und ist schmerzfrei.


Was ist ein Sinuslift überhaupt – und warum heißt er so?

Der Sinus maxillaris ist der medizinische Begriff für die Kieferhöhle – der luftgefüllte Hohlraum in den Wangenknochen, der an den Oberkiefer grenzt. Nach dem Verlust von Backenzähnen im Oberkiefer senkt sich der Boden dieser Kieferhöhle oft nach unten, weil der Knochen darunter schwindet. Der Abstand zwischen Kieferkamm und Kieferhöhlenboden wird in diesem Fall so gering, dass ein Implantat nicht gesetzt werden kann, ohne in die Kieferhöhle einzudringen.

Der Sinuslift hebt diesen Boden wieder an – er schafft Raum für neuen Knochen, in den später das Implantat eingesetzt werden kann. Der Begriff "Lift" ist dabei wörtlich gemeint: Das Gewebe wird angehoben, der entstehende Hohlraum mit Knochenersatzmaterial gefüllt.


Wann ist ein Sinuslift nötig?

Ein Sinuslift ist immer dann nötig, wenn:

  • Oberkiefermolaren oder Prämolaren durch Implantate ersetzt werden sollen
  • Die verbleibende Knochenhöhe unter dem Kieferhöhlenboden zu gering ist (in der Regel weniger als 8–10 mm)
  • Der Knochen nach langem Zahnverlust oder Parodontitis stark geschwunden ist

Nicht jeder Patient mit Oberkieferimplantaten braucht einen Sinuslift. Der verfügbare Knochen wird anhand der 3D-Röntgenaufnahme gemessen. Wer noch ausreichend Knochenhöhe hat, kann direkt implantiert werden.


Wie läuft ein Sinuslift ab?

Es gibt zwei Methoden:

Offener Sinuslift (externes Verfahren)
Über eine kleine Öffnung in der Seitenwand des Kieferknochens wird der Kieferhöhlenboden sichtbar gemacht. Die Schleimhaut der Kieferhöhle wird vorsichtig angehoben, der entstandene Raum mit Knochenersatzmaterial gefüllt, die Öffnung wieder verschlossen. Dieser Eingriff wird bei stärkerem Knochenmangel eingesetzt.

Geschlossener Sinuslift (internes Verfahren)
Weniger invasiv: Über den späteren Implantatkanal wird der Kieferhöhlenboden mit einem speziellen Instrument vorsichtig angehoben. Funktioniert nur bei geringem Knochenmangel (2–5 mm), dafür mit kürzerer Heilungszeit.

In beiden Fällen erfolgt der Eingriff unter lokaler Betäubung, auf Wunsch auch mit Sedierung.


Was passiert nach dem Sinuslift?

Nach dem offenen Sinuslift muss das eingefüllte Knochenersatzmaterial vier bis neun Monate einheilen, bevor das Implantat gesetzt werden kann. Beim geschlossenen Sinuslift kann das Implantat oft gleichzeitig gesetzt werden.

In der Heilungsphase sollte starkes Schnäuzen vermieden werden, um den Kieferhöhlenboden nicht zu belasten. Der Zahnarzt gibt genaue Verhaltenshinweise.


Wie schmerzhaft ist ein Sinuslift?

Unter lokaler Betäubung ist der Eingriff selbst schmerzfrei. Danach sind einige Tage Schwellung und Druckgefühl normal. Stärkere Schmerzen oder Fieber nach mehr als drei Tagen sollten dem Behandler gemeldet werden.


Was kostet ein Sinuslift?

Methode Kosten (ca.)
Geschlossener Sinuslift 500 – 1.300 €
Offener Sinuslift 1.200 – 3.500 €

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt einen Sinuslift vor einem Implantat in der Regel nicht. Bei bestimmten medizinischen Ausnahmen (bei seltenen schweren Ausnahmeindikationen) kann ein Antrag gestellt werden.

Wer die Implantatbehandlung im Ausland plant, sollte klären, ob der Sinuslift dort eingeschlossen ist – die Kostentransparenz internationaler Kliniken ist hier sehr unterschiedlich.

Verwandt: Knochenaufbau vor dem Implantat – wann ist er nötig?
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