Zum Hauptinhalt springen
Zahnimplantate

Sofortimplantat

Wann ist ein Implantat am selben Tag möglich?

Es klingt verlockend: Zahn raus, Implantat rein, alles in einer Sitzung. Ein Sofortimplantat ist jedoch kein Standard, sondern eine sorgfältig abgewogene Option, die nicht für jeden Patienten und jeden Zahn geeignet ist.

TB
Tobias Bobinger
Facharzt und medizinischer Leiter

Das Wichtigste im Überblick

Bei einem Sofortimplantat wird das Implantat direkt nach der Zahnentfernung in derselben Sitzung eingesetzt. Das spart einen chirurgischen Eingriff und verkürzt die Gesamtbehandlungsdauer. Die Einheilphase dauert gleich lang wie beim konventionellen Verfahren. Voraussetzungen: kein Entzündungsherd, ausreichend Knochenmasse, keine starke Parodontitis. Frontzähne eignen sich häufiger als Backenzähne.


Was ist ein Sofortimplantat – und was ist es nicht?

Bei einem konventionellen Implantat wird der Zahn entfernt, die Wunde heilt mehrere Wochen ab, dann erst wird das Implantat gesetzt. Das dauert insgesamt oft sechs bis neun Monate bis zur fertigen Krone.

Bei einem Sofortimplantat wird das Implantat direkt in die frische Extraktionswunde eingesetzt – also in derselben Sitzung, in der der Zahn gezogen wird. In manchen Fällen wird sogar noch am selben Tag ein provisorischer Zahnersatz aufgesetzt. Ein Sofortimplantat ist dabei jedoch keine Abkürzung ohne Risiken. Die Einheilphase dauert genauso lang wie bei einem konventionellen Implantat, nämlich drei bis sechs Monate. Der Zeitgewinn entsteht dadurch, dass ein chirurgischer Eingriff entfällt.


Wann ist ein Sofortimplantat möglich?

Die Voraussetzungen sind eng:

Knochen und Gewebe müssen stimmen
Die Extraktionswunde muss ausreichend Knochen für eine stabile Erstverankerung bieten. Das ist am ehesten bei gesunden Extraktionen ohne Knochenverlust der Fall.

Keine Infektion
Ein entzündeter oder infizierter Zahn schließt ein Sofortimplantat in der Regel aus. Die Infektion muss erst ausheilen.

Kein zu starker Knochenschwund
Wenn der Zahn bereits Knochen um sich herum verloren hat (zum Beispiel durch Parodontitis), ist die Knochensubstanz für ein Sofortimplantat oft nicht ausreichend.

Günstige Lage im Kiefer
Frontzähne eignen sich häufiger für Sofortimplantate als Backenzähne, weil die Krafteinwirkung beim Kauen dort geringer ist.


Welche Vorteile hat ein Sofortimplantat?

  • Weniger Eingriffe – ein chirurgischer Termin statt zwei
  • Kürzere Gesamtdauer – kein Warten auf Abheilung der Wunde vor dem Implantatsetzen
  • Knochenerhalt – das Implantat stimuliert den Knochen sofort und reduziert den natürlichen Abbau nach der Extraktion
  • Komfort – kein längerer Zeitraum mit Zahnlücke oder Provisorium ohne Implantat

Welche Risiken gibt es beim Sofortimplantat?

Die Erfolgsrate von Sofortimplantaten ist bei richtiger Indikation mit der konventionellen Methode vergleichbar. Aber die Fehlertoleranz ist geringer.

Wenn die Erstverankerung nicht ausreichend stabil ist, kann das Implantat während der Einheilphase kippen oder sich lösen. Das ist der häufigste Grund, warum erfahrene Chirurgen bei zweifelhaften Voraussetzungen lieber konventionell vorgehen.

Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt oder Oralchirurgen klar erklären, warum in Ihrem Fall ein Sofortimplantat möglich oder nicht möglich ist – und holen Sie bei Unsicherheit eine Zweitmeinung ein.


Was kostet ein Sofortimplantat im Vergleich?

Das Sofortimplantat selbst kostet nicht grundsätzlich mehr als ein konventionelles Implantat (entscheidend sind aber Planung, OP-Aufwand, Provisorium und Nachsorge). In manchen Fällen kann es sogar günstiger sein, weil ein Eingriff entfällt. Die Gesamtkosten liegen in derselben Größenordnung von 2.000 bis 4.000 Euro pro Implantat inklusive Krone.

Verwandt: Was kostet ein Zahnimplantat komplett?
Verwandt: [Zahnimplantate – Alles, was Sie wissen müssen](/zahnimplantate/

Über den Autor

TB
Tobias Bobinger
Facharzt und medizinischer Leiter
Mehr über unser Redaktionsteam →